Kundgebungen in Landshut und am Kernkraftwerk Isar

In Landshut trafen sich knapp 20 Aktive des Nuklearia e. V., die mit Infostand und Kundgebung zahlreiche Menschen erreichen konnten, darunter auch kritische Besucher. Später am Kernkraftwerk Isar/Ohu waren es 42 Teilnehmer und Besucher. Auch das Bayrische Fernsehen war vor Ort.

Demonstration »Critical Climate Action« des Nuklearia e. V., Landshut, 2021-08-07

Gutes Wetter, guter Standort

Die Aktiven in Landshut waren mit zahlreichen Bannern und Schildern vor Ort und kamen mit Flyern in der Hand mit vielen Menschen ins Gespräch. Außerdem gab es Reden über eine kleine, aber mächtige Lautsprecheranlage. Immer wieder blieben Menschen stehen und hörten zu.

Demonstration »Critical Climate Action« des Nuklearia e. V., Landshut, 2021-08-07

Durch die sehr gut besuchte Außengastronomie nebenan waren es noch einmal mehr Leute, die in den Genuss der Redebeiträge kamen.

Der gute Platz in der Fußgängerzone und das tolle Wetter machten die zweistündige Aktion zu einem vollen Erfolg.

Kernenergie zur Dekarbonisierung unverzichtbar

Nuklearia-Vorsitzender Rainer Klute kritisierte in seiner Rede die Plan- und Orientierungslosigkeit der Bundesregierung, die sich über den Strombedarf der kommenden Jahre offensichtlich nicht im Klaren sei. Allein die chemische Industrie benötige aber zur Dekarbonisierung weit mehr Strom, als Deutschland heute insgesamt verbraucht. Es sei nicht möglich, diesen Strom allein aus erneuerbaren Energien zu gewinnen. Um große Mengen Strom CO₂-arm und billig zu gewinnen, müsse die Kernenergie in Deutschland erhalten bleiben.

»Halle-Nuklear«

Eine Besonderheit war Simeon Preuß musikalische Darbietung von »Halle-Nuklear« auf die Melodie von Leonard Cohens »Hallelujah«. Simeon hatte den bereits auf Englisch existierenden Coversong mit pronuklearem Text ins Deutsche übertragen. Der Livegesang erregte weit mehr Aufmerksamkeit als das englische »Halle-Nuclear«, das wir bei einer früheren Kundgebung aus der Konserve abgespielt hatten.

Viele Passanten waren an den Broschüren interessiert.

Demonstration »Critical Climate Action« des Nuklearia e. V., Landshut, 2021-08-07

Jugendliche stehen der Kernenergie offen gegenüber

Da es uns ums Klima geht, hatten wir zu unserer Klimademonstration auch andere Organisationen und Parteien mit linken und ökologischem Hintergrund eingeladen. Tatsächlich fanden sich einige jüngere Menschen aus dem Fridays for Future-Umfeld ein, die sich auf Diskussionen einließen. Zwar brachten sie von ihrer jeweiligen Organisation her eine kritische Einstellung zur Kernkraft mit, aber sie waren immerhin so offen, dass sie sich auf eine Debatte einließen. Eine solche Meinungsänderung geht schließlich auch nicht an einem einzigen Tag!

Demonstration »Critical Climate Action« des Nuklearia e. V., Landshut, 2021-08-07

Widerspruch gegen die Kernenergie und die Nuklearia-Kundgebung gab es natürlich auch, blieb aber im verbalen Bereich. Nur eine einzige Person wurde aggressiv: »Schleich di, sonst fångst oane!« (für Nichtbayern: »Hau ab, sonst scheuer ich dir eine!«) musste sich einer unserer Mitstreiter anhören.

Demonstration »Critical Climate Action« des Nuklearia e. V., Kernkraftwerk Isar, 2021-08-07

Kundgebung und Aktiventreff am Kernkraftwerk Isar

Für die Teilnehmer hieß war es nun Zeit, zum Objekt der Begierde zu fahren, zum »sanften Riesen« an der Isar. Redner verglichen das Kernkraftwerk mit einem weißen Elefanten: stark, mit rundem Rücken und für uns da.

Am Kernkraftwerk wurden 42 Teilnehmer und Besucher gezählt. Auch das Bayrische Fernsehen war da, das Rainer Klute für eine Dokumentation über Kernreaktoren der Generation IV interviewte.

Für junge Nuklearia-Mitglieder war besonders interessant, dass Veteranen aus dem Kernkraftwerk anwesend waren. Es habe viel Spaß gemacht, sich mit den Kernkraftwerksmitarbeitern der ersten Stunde zu unterhalten.

Dominic Wipplinger aus Österreich wies in seiner Rede darauf hin, dass das Kernkraftwerk Isar das Herzstück der Bayrischen Stromversorgung ist. Einer Stromversorgung, die vor nicht allzu langer Zeit dort war, wo viele heute hin wollen: Weitgehend importunabhängig, günstig, zuverlässig, sauber, sehr CO2-arm.
Vor 11 Jahren stammte noch über 70% der Stromproduktion in Bayern aus einer sauberen und zuverlässigen Kombination von Kernenergie und Wasserkraft, die Stromproduktion war damit die sauberste aller deutschen Bundesländer. Zudem konnte sich Bayern praktisch zu jeder Zeit, bei jedem Wetter, selbst mit Strom versorgen und bedarfsweise auch Strom exportieren, der nicht nur saubere und zuverlässige sondern auch günstige Strom war ein Standortvorteil für Bürger und Unternehmen. Das Ziel einer vollständigen Decarbonisierung war zum Greifen nahe.

Im Anschluss an die Kundgebung wurde gegrillt. Eine gute Möglichkeit, sich auch einmal persönlich kennenzulernen und auszutauschen, nachdem Nuklearia-Treffen meist nur virtuell stattfinden können.

Demonstration »Critical Climate Action« des Nuklearia e. V., Kernkraftwerk Isar, 2021-08-07

Als letzte Aktion sind dann noch drei Aktive durch die Isar geschwommen.

Ein Kommentar

  1. Gratulation für die Anti-Antinukleare Politik.
    Antinukleare Politik ist die Politik der Sekte „Kirche Klimawandel“, die die Abschaltung der Anlagen der Kohlenstoff-Verbrenung SOWIE (!!!) verblendeterweise auch der Kernkraftwerke wünscht.

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